Warum wanderten die Pommern nach Brasilien aus ?

Die Bevölkerungsexplosion, die mangelhaften Lebensbedingungen,die ständige Angst vor einem Krieg, waren einige der Ursachen, die tausende Pommern zur Auswanderung getrieben haben. Aber auch die Abenteuerlust kam hinzu. Viele haben ihre Heimat z.B. Pöhlen, Lubow, Alt-Draheim, Alt Valm,Tempelburg, Heinrichsdorf, Deutsche Krone, Regenwalde, usw. gegen das unbekannte Traumland Brasilien getauscht.

Nicht alle Auswanderer hatten das Glück, ein gutes großes Schiff mit einer guten Verpflegung zu bekommen, um über den Atlantik in das unbekannte neue Land zu fahren. Auch nicht alle haben eine angenehme Überfahrt erlebt. Ausserdem haben einige Passagiere die Reise gar nicht überstanden und endeten auf dem Grunde des Meeres.

Wenn mann bedenkt, daß die meisten Auswanderer keine wohlhabenden Leute waren, kann man sich vorstellen, zu welchen Mitteln die Reeder gegriffen haben, um ihre Gewinne sicherzustellen, denn es herrschte schon der Kapitalismus.

 

 

    

 

  

                                       

 

 

Ohne Gegenwinde, Stürme oder Windstillen war solch eine Reise vielleicht sogar romantisch, auch wenn das Schiff überladen war gab es gemütliche Stunden. Sie spielten die Instrumente, die sie bei sich hatten, sangen und sagten Gedichte auf Man kann sie noch heute auf Hochzeiten oder anderen kleinen Festlichkeiten hören. Klarinetten und Bassgeigen spielten zum Tanz auf und die langen Röcke der jungen Mädchen flogen im Kreis. Viele Ehen wurden auf der Reise geschlossen oder gleich nach der Ankunft im Hafen. Die meisten Berichte beziehen sich jedoch auf das Tragische der Überfahrt. Diese markanten Erfahrungen, welche die Gefahr auf hoher See, den Hunger, den Durst und besonders die Todesfälle hervorheben, sind nie vergessen worden und wurden den Kindern und Kindeskindern erzählt.

Land in Sicht : Sobald die Überfahrt zu Ende war und die Formalitäten in Rio erledigt waren, wurden die Einwanderer nach Porto Alegre eingeschifft, wo sie ihren offizellen Sitz zugewiesen bekamen. Der Transport der brasilianischen Küste entlang wurde meistens von brasilianischen Schiffen gemacht. Auch diese waren nicht immer im besten Zustand. Jedoch die Aussichten, am Ende der Reise in die erträumte neue Heimat zu kommen, erfüllte einen jeden mit Freude und Vertrauen. Für einige war die Fahrt durch die " Lagoa dos Patos " ein unvergessliches Erlebnis: Vögel aller Arten aller Größen und Farben, begleiteten das Schiff. Die Wege durch die Wildnis mussten die Einwanderer sich selber bahnen. Manchmal konnten sie die Wege benutzen, welche von Landvermessern aufgemacht worden waren. Dadurch hatten sie sogleich begriffen, dass sie zum, Überleben hart arbeiten mussten.

 

 

 

 

 

 

 

           

  

Schiff mit Auswanderern aus Pommern

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Mit Entschlossenheit und Mut haben sie aber begonnen, ihr Leben aufzubauen, mit Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen. Langsam formte sich eine eigene Kultur. Die harte Arbeit auf dem Land, die kräftige Ernährung und das Wunderbare Klima ermöglichten es, daß die Einwanderer und ihre Nachkommen gesund und stark wurden. Der Boden war fruchtbar und die Familien waren es ebenso. Es sind kleine Gemeinden entstanden und es entwickelten sich schmucke Dörfer mit ertragreichen Feldern.

Jede Gemeinde baute eine Kirche und pflegte sie liebevoll. Die Glocken liessen sie unter grossen Opfern aus der alten Heimat kommen. Es entstanden Vereine,Schulen und Geschäfte. Auf den Friedhöfen, die als Ehrenstätte bezeichnet wurden, ruhen heute die alten Pioniere, die ihr Leben für den Aufbau der neuen Heimat gegeben haben. Obwohl es in Deutschland nicht gut aussah, behielten es die Einwanderer in lieber Erinnerung und langsam wurde daraus ein romantisches Bild, das sie ihren Kindern und Enkeln weitergaben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                  Für diese ist das Land Ihrer Väter ein Traumland geworden.

 

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